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4. Dezember 2022 um 14:12 Uhr #722Stefan SpuhlerTeilnehmer
Hallo zusammen,
Ich habe zum Thema Biogas auf dem Fondlihof noch etwas weiter recherchiert.
An der letzten Sitzung „Infrastruktur“ hatte ich u. A. Gelegenheit, das Biogas-Thema mit Finn etwas genauer zu besprechen.Hier ein paar Infos Zusammenfassung für Interessierte:
Vorteile einer Biogasnutzung könnten sein:
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– Weniger Methanemisionen (vorwiegend bei Gülle/Mist relevant, teilweise auch bei Gründüngung)
– Bessere/schnellere Pflanzenverfügbarkeit des Gärrests gegenüber Gülle (höherer Ammoniumanteil). Ertragssteigerung je nach Pflanzenart 10..25%
– Stinkt nicht
– Nährwertgabe zeitlich besser auf Bedarf der Pflanzen abstimmbar gegenüber Gründünger (Ausbringung zeitlich flexibel, Gründüngung eher nicht)
– Humusaufbau wird offenbar nicht beeinträchtigt
– Beim Mulchen fressen die Knöllchenbakterien häufig den Stickstoff im Mulch, statt ihn aus der Luft zu holen
– Bessere Nutzung des Grünlandes zur kombinierten Energie- und Düngererzeugung im tier-reduzierten Betrieb möglich
– Weniger Unkraut (Samen werden tw. abgetötet)Nachteile:
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– Platzbedarf:
Es braucht neben dem Speicher für Gülle/Mist einen Gärtank. (Verweilzeit im Gärtank: Gülle: 20 Tage, Lignosereiches/holziges Substrat: bis 100 Tage. Der Tank (Fermenter) muss auf einer sehr konstanten Temperatur ab 35 Grad gehalten werden /max +/-1 Grad Temperaturänderung pro Woche zulässig. Auch der pH-Wert muss ständig überwacht werden. Die Ausgangsstoffe müssen kontrolliert und richtig dosiert und gemischt eingebracht werden.
– Baukosten und Platzbedarf: Benötigt wird ein isolierter und geheizter Gärraum. Entweder erstellt man einen unterirdischen Gärraum (besser im Winter, wenn es kalt ist) oder einen oberirdischen (muss ev. im Winter, wenn Biogasproduktion wichtig ist, stärker geheizt und ev. im Sommer auch gekühlt werden).
– CO2/ graue Energie für Bau (Beton/Stahl) für Bau
– Unterhalt der Anlage, Mähen/ Zerkleinern der Zwischensaaten?
– Komplexität: Pumpen, Steuerung, Rührwerk, Gasballon, Blockheizkraftwerk
– Im Sommer kann Abwärme aus Blockheizkraftwerk nur ungenügend genutzt werden (nur Strom verwertbar).
– Einspeisung ins Gasnetz ist schwierig, da Aufbereitung des Gases notwendig (CO2- und Schwefel-Abscheidung und Druckerhöhung nötig). Zudem sind wir vermutlich zu klein um als Einspeisepartner in Frage zu kommen.
– Verwendung für Traktor benötigt ebenfalls Aufbereitung und Druckerhöhung. Zudem existieren noch keine kleineren Traktoren, die mit Biogas laufen.
– Der Hof hat incl. Hühner gemäss Finn nur 11 Grossvieheinheiten. Benötigt würden eigentlich mindestens 18 für Biogas aus Gülle/Mist (siehe https://www.quh-energie.ch/biogas.html)
– Das Gras steht gemäss Finn auch bei reduziertem Tierbestand eher nicht zur Vergärung zur Verfügung. Im Moment muss in trockenen Sommern jeweils Heu zugekauft werden.
– Finn hat zuvor auf einem Betrieb mit Biogasanlage gearbeitet. Er meint, dass die Prozesse technisch relativ kompliziert waren (Überwachung Temperatur usw., Mischen der Ausgangsstoffe usw.).Infos zur aktuellen Heizungssituation (Infos von Finn):
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Das Gebäude aktuell mit Stückholz geheizt (Heizung mit Speicher). Es wird im Winter ca. 1x pro Tag aufgeheizt. Dies benötigt aktuell ca 30 Ster Holz, was ungefähr dem Ertrag unseres Waldes entspricht. Die allgemeinen Räume werden nur bei Bedarf geheizt. Die aktuelle Heizung ist ca. 25 Jahre alt und muss irgendwann ersetzt werden. Eine neue Heizung würde vermutlich nur noch ca. 20 Ster brauchen.Fazit:
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Ich bin aufgrund der obigen Fakten der Meinung, dass der Bau und Betrieb einer Biogasanlage auf dem Fondlihof uns Kosten- Zeit- und Knowhow-mässig eher überfordern würde. Ich finde es daher zumindest kurzfrisitg besser, wenn wir uns bezüglich Energiekonzept auf die Planung und Installation einer PV-Anlage und allfälliger Ladestation für E-Mobilität fokussieren würden. -
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