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6. Juni 2022 um 09:49 Uhr #693Benedikt PestalozziTeilnehmer
Der Gladbacher Hof in Deutschland führt seit über 20 Jahren drei parallele Fruchtfolgen:
1. mit integrierter Rinderhaltung
2. vegan mit Kleegras-Mulch
3. vegan ohne Mulch mit integrierten LeguminosenDie beiden veganen Varianten führen in diesem Versuch langfristig zu einem Humus-Abbau.
Prof. Andreas Gattinger (u.a. FibL, Uni Giessen) kommentiert diesen Versuch hier (bes. ab Min. 33:35)
https://www.youtube.com/watch?v=koMIhwLNsjgWissenschaftliche Folie (Grafik 3 unter Punkt 4):
https://www.uni-giessen.de/fbz/fb09/forschung/lehreinrichtungen/Standorte_neu/oafeg-posterBedeutung des Humus:
https://www.humus.de/humus-und-klima/12. Juni 2022 um 14:33 Uhr #694Heller OlivierTeilnehmerIn den letzten 10 Jahren wurden in der Bodenforschung erhebliche Fortschritte bzgl. dem Prozessverständnis rund um das Thema ‚soil organic carbon‘ bzw. „Humus“ gemacht. In der Zeit wurden einige Bestehende Annahmen und Theorien, insb. die postulierte Humufikation und die darauf aufbauende HumusTheorie, verworfen. An deren Stelle ist die Annahme getreten, dass jegliche organische Bodensubstanz von den Bodenorganismen abgebaut/mineralisiert werden kann und es keine per se stabilen Kohlenstoffverbindungen gibt. Es gibt jedoch verschiedene Mechanismen, die den Abbau der organischen Bodensubstanz verhindern können. Die bekannten Mechanismen sind unter anderem die Verhinderung der mikrobiellen Aktivität durch Sauerstoffmangel (z.B. in einem Moor) oder tiefe Temperaturen; verminderte Aktivität der Bodenorganismen durch Nährstoff-, Energie- oder Wassermangel; oder dass die Kohlenstoffverbindungen für die Mikroorganismen und deren Enzyme nicht erreichbar sind, z.B. wegen der Assoziation mit Tonmineralien (organo-minerlischen Komplexen) oder dem Einschluss in Bodenaggregaten. Bisher sind diese neuen Erkenntnisse nur sehr begrenzt in die Praxisliteratur eingeflossen. Meiner Meinung nach helfen sie jedoch um geeignete Bewirtschaftungsstrategien zu identifizieren und die Mechanismen dahinter (zumindest im Ansatz) zu begreifen.
Falls sich jemand vertieft mit den Erkenntnissen auseinander setzten möchte, empfehle ich z.B. die Reviews „Soil organic matter formation, persistence, and functioning: A synthesis of current understanding to inform its conservation and regeneration“ von Cotrufo und Lavallee (2022, https://doi.org/10.1016/bs.agron.2021.11.002) und „The contentious nature of soil organic matter“ von Lehmann und Kleber (2015, https://doi.org/10.1038/nature16069). Leider sind beide Artikel nicht frei verfügbar, ich hab sie deshalb hier abgelegt: https://www.dropbox.com/sh/kgv4spsg9tftwta/AADd1dzFPzW7rKIvi2iTayJoa?dl=0
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